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In letzter Zeit begegnen mir immer wieder Werbeanzeigen, die versprechen, man könne die „Erfolgsaussichten“ eines Einspruchs gegen einen Bußgeldbescheid anhand weniger Informationen bestimmen. Natürlich kostenlos.

Was ist dran?

Abgefragt werden u. a. Art des Verstoßes und eine etwaige Vorbelastung. Und natürlich, ob der Betreffende rechtsschutzversichert ist. Ich kann Ihnen versichern, dass sie mit diesen knappen Daten über die Erfolgsaussichten eines Einspruches gegen einen Bußgeldbescheid nichts, aber auch rein gar nichts anfangen können. 

Um zu überprüfen, ob ein Einspruchsverfahren erfolgreich zum Abschluss gebracht werden kann, ist es unbedingt erforderlich, mit Ihnen zu reden und einen Blick in die amtliche Akte zu werfen. Jede andere Behauptung ist schlicht und ergreifend falsch und damit unseriös. Es gibt diverse Möglichkeiten, sich gegen einen Bußgeldbescheid zu wehren. Diese liegen teilweise auf der tatsächlichen Seite, aber auch in ganz persönlichen Verhältnissen des Betroffenen begründet. Dies aber über wenige Klicks per Internet abzufragen und eine Beurteilung abgeben zu können, halte ich für ausgeschlossen. Böse ausgedrückt: „Bauernfängerei“. Es dürfte den Anbietern weniger darum gehen eine Aussage über einen „erfolgreichen Einspruch“ gegen den Bußgeldbescheid abzugeben, als an ihren Namen und ihre Telefonnummer zu kommen.

Wenn Sie einen Bußgeldbescheid erhalten können Sie innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung Einspruch einlegen. Das sollten Sie gegebenenfalls tun, wenn Sie mit der Höhe der Geldbuße, den angedrohten Punkten oder gar einem Fahrverbot nicht einverstanden sind. Sie können das sogar mit einem Einzeiler („ich legen Einspruch gegen den Bescheid ein“) auch selbst erledigen. Achten Sie darauf, dass sie den Zugang bei der Behörde nachweisen können.

Sprechen Sie dann persönlich mit einem Anwalt (gerne mit mir 😉 ) und schildern Sie Ihren Fall. Ohne inhaltliche Beratung geht es nicht.

Im Übrigen  gilt, dass Anwälte nicht kostenlos arbeiten (wollen und dürfen). Vor allem auf den rechtsschutzversicherten Betroffenen dürfte daher der Fokus liegen. Ich würde fast eine Wette eingehen, dass deren Einsprüchen immer „Erfolgsaussichten“ bescheinigt werden.

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