Süddeutsche.de: Verspätung im NSU-Prozess – Richter gibt Pressestelle Mitschuld

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„Richter gibt Pressestelle Mitschuld“, titelt die Süddeutsche. Das wundert mich wenig. Richter haben es – normalerweise – nicht so gerne, wenn ihre Entscheidungen als „nicht richtig“ (Klartext: „falsch“) erkannt werden. Die Verschiebung des Prozesses und die Verlagerung der Verantwortung auf andere sprechen dafür, dass der Senat geradezu beleidigt ist.

Auf der anderen Seite sollte man schon fair bleiben. Die Richter sehen sich mit einer höchst anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert. In einem Prozess, wie dem NSU-Verfahren, allen Beteiligten gerecht zu werden, einen komplexen Sachverhalt herauszuarbeiten und das Verfahren in einer angemessenen Zeit abzuschließen ist alles andere als einfach. Jeder wird an der ein oder anderen Stelle einen Fehler zu seinem Nachteil sehen und auch anmahnen. Es ist verständlich, dass sich der Vorsitzende die Butter nicht schon vor Prozessbeginn vom Brot nehmen lassen möchte.

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